SDS-newsline Onlinezeitung

27. November 2018
von Julian
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Kretschmann lehnt Grundgesetzänderung zu Bildungsfinanzierung ab

Stuttgart (dpa) – Baden-Württemberg will der geplanten
Grundgesetzänderung zur Bildungsfinanzierung im Bundesrat nicht
zustimmen und sucht dafür Verbündete. «Wir werden diese Pläne im
Bundesrat ablehnen und mit diesem Ansinnen auch auf andere Länder
zugehen», erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am
Freitag in Stuttgart. Es werde in den Kernbereich der Länder, nämlich
in den Kultusbereich, eingegriffen. «Den Bildungsbereich besser
auszustatten, ist absolut notwendig. Aber der Weg ist falsch.»

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte sich am Freitag mit FDP und
Grünen im Bundestag auf einen Kompromiss zur dafür notwendigen
Änderung des Grundgesetzes geeinigt. Damit kann der Bundestag die
Grundgesetzänderung voraussichtlich noch vor Weihnachten beschließen.
Einzelheiten der geplanten besseren Schuldigitalisierung wollen Bund
und Länder zudem in einer Vereinbarung festlegen, die am 6. Dezember
unterschrieben werden soll. Der Bundesrat soll voraussichtlich am 14.
Dezember über die Grundgesetzänderung entscheiden.

Kretschmann sagte, es gebe andere Wege, um die Länder mit mehr Geld
für die Bildungsfinanzierung auszustatten. Im Oktober hatte der
Grünen-Politiker gefordert, den Bundesländern einen größeren Anteil
aus den gemeinsamen Steuereinnahmen mit dem Bund zu geben – anstelle
der üblichen, zeitlich befristeten Programmmittel, über die die
Bundesländer in eine Abhängigkeit vom Bund gerieten.

27. November 2018
von Julian
Keine Kommentare

Schulen vor Digitalisierung – Doch was machen jetzt die Länder?

Das Ende der Zeit mit Kreide und Tafeln an den Schulen in Deutschland
soll nun endlich flächendeckend kommen. Eine politische Einigung
macht es möglich. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Berlin (dpa) – Es klingt nach einem großen Plan: Deutschlands Schüler
sollen auch an den vielen heute noch eher analogen Schulen Tablets
bekommen, mit WLAN versorgt und mit Whiteboards unterrichtet werden –
und zwar von dafür geschulten Lehrern und mit passenden Lerninhalten.
Doch noch ist die Sache nicht ganz sicher.

Auf was haben sich Koalition und FDP/Grüne nun geeinigt?

Auf eine Grundgesetzänderung. Das entscheidende Wort heißt dabei
«Qualität». Bisher durfte der Bund für die in Länderhoheit
befindlichen Schulen eigentlich gar nicht mitbezahlen. Nun soll er
für die Digitalisierung über Jahre mit investieren dürfen. Zunächst
war aber nur geplant, dass der Bund Geld für die digitalen
Anschlüsse, die Kabel, die Technik geben darf. FDP und Grüne haben
erreicht, dass er nun auch für die Sicherstellung der Qualität der
Schulen bezahlen dürfen soll. Nun sollen mit Hilfe des Bundes also
auch Lehrer fit für den Unterricht mit digitalen Mitteln gemacht
werden und zum Beispiel Systemadministratoren eingestellt werden
können. Das Geld soll an die Länder gehen. Die sollen es über die
Kommunen an die Schulen verteilen.

Warum hat die Einigung so lange gedauert?

Seit Wochen schon verhandeln FDP/Grüne einerseits und SPD/Union
andererseits darüber. Die Koalition braucht Stimmen der Opposition,
weil sonst keine verfassungsändernde Mehrheit zustande kommt. Vor
allem die Union sträubte sich dagegen, dass der Bund auch «in die
Köpfe» (FDP/Grüne) an den Schulen Geld stecken darf. Hintergrund ist
der lange Streit ums Kooperationsverbot, also das Verbot, dass der
Bund direkt dauerhaft in Bildung investiert. Denn die Union will
mehrheitlich kein Aus für das Kooperationsverbot. Sie will, dass
Bildung in erster Linie Ländersache bleibt. Den Verhandlungserfolg
von FDP und Grünen schreibt sich nun auch die SPD auf die Fahnen.
«Das sogenannte Kooperationsverbot ist aufgebohrt worden», jubelt
SPD-Chefin Andrea Nahles.

Wann kommt nun konkret etwas Neues auf die Schüler zu?

Noch nicht so schnell. Wenn es noch vor Weihnachten in Bundestag und
Bundesrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Grundgesetzänderung gibt
sowie Bund und Länder wie geplant am 6. Dezember eine Vereinbarung
zur Schul-Digitalisierung unterzeichnen, dann soll das Projekt 2019
mit 720 Millionen Euro vom Bund starten. Doch das gesamte Vorhaben
mit insgesamt 5 Milliarden Euro vom Bund und einer Mitfinanzierung
durch die Länder ist auf Jahre angelegt. Unter anderem sollen bis zu
25 000 Euro pro Schule oder ein Teil eines bestimmten Gesamtbudgets
für schuleigene Laptops und Tablets fließen können. Bis die Technik
an den Schulen installiert ist, passende, wenn auch teils schon
bestehende Lerninhalte vor Ort umgesetzt werden können, Lehrer
fortgebildet sind, dauert es.

Wie könnte digitaler Unterricht zum Beispiel aussehen?

Das hat wenig mit der sonst üblichen Smartphone-Nutzung von
Jugendlichen zu tun. So lässt sich zum Beispiel eine schriftliche
Beschreibung der Flügelbewegung eines Vogels schlechter verstehen als
eine Animation eines Vogels. Forscher empfehlen, digitale Medien
zusätzlich einzusetzen und nicht Bücher und anderes durch sie zu
ersetzen. Wer schon einmal ein Klassenzimmer mit Whiteboard gesehen
hat, weiß, wie das Ende der Kreide- und Tafel-Zeit aussehen kann:
Schrift von Lehrern und Schülern auf dem Board, aber auch schnelles
Hinzuziehen von Online-Inhalten für alle sofort sichtbar.

Kann das Ganze noch scheitern?

Ja. Denn die Einigung von FDP und Grünen mit der Koalition gibt dem
Bund mehr Spielraum bei der Mitfinanzierung der Schulen, als es
manche Länder wollen. Sprich: Jetzt sind vor allem Baden-Württemberg
und etwa auch Bayern unter Druck. Hier wehrte man sich besonders
heftig gegen ein zu starkes Aufweichen des Kooperationsverbots.
Allerdings dürfte keiner für ein Scheitern der Digitalisierung von
Deutschlands Schulen verantwortlich gemacht werden wollen. Diese
Probleme haben die Länder nun vor der eigentlich für den 14. Dezember
geplanten Abstimmung im Bundesrat, aber auch schon bei der für den 6.
Dezember geplanten Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung über
den konkreteren Fahrplan der Schul-Digitalisierung. Im Entwurf für
diese Vereinbarung steht noch nichts darüber, dass der Bund auch in
Weiterbildung und Personal investieren soll.

26. November 2018
von Yasmin
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Argumentation zum Thema ; Wählen gehen – Ja oder nein?

In der letzten Politikstunde haben wir uns mit den Landtagswahlen befasst und zusammen in der Klasse besprochen, wie wichtig es ist, wählen zu gehen. Deshalb möchten wir im folgenden Text zu dem Thema Stellung nehmen.

An erster Stelle wäre zu nennen das viele Menschen überzeugt sind, dass ihre Stimme alleine nichts bewirken kann. Unsere Mitschüler von der alten Schule sind der Auffassung, dass eine Stimme keinen großen Wert mit sich bringen kann. Eng damit verknüpft ist, dass sich heutzutage kaum noch Menschen mit der Politik auseinander setzen. Unser Cousin ist volljährig hat aber keine Lust zu wählen, da er kein Interesse an Politik hat. Zudem versteht er das Wahlsystem nicht. Ein weiterer Aspekt warum viele Menschen nicht an der Wahl teilnehmen ist, dass einige Politiker/Parteien ihre Wahlversprechen nicht umsetzten. Ein Beispiel dafür ist, dass unsere Nachbar bei der letzten Wahl eine bestimmte Partei aufgrund ihres Wahlprogramms gewählt hat diese jedoch ihr versprechen nicht durchgesetzt hat. Es gibt aber genauso zahlreiche Argumente die für eine Teilnahme an der Wahl sprechen. An erster Stelle wäre zu nennen, dass andere Bürger für einen selber entscheiden, wenn man nicht wählen geht, da sie ihre Stimme nicht abgeben. Unsere Cousine beschwert sich, dass Diesel der Umwelt schadet. Jedoch ist sie selbst nicht wählen gegangen, um somit eine Partei mit diesen Wahlversprechen zu wählen. Dem gegenüber aber ist auch zu bedenken, dass eine Demokratie ohne Wähler nicht funktioniert. Z. B. wenn niemand an der Wahl teilnimmt kann auch keine Meinung vertreten werden. Doch besonders wichtig ist, dass jede Stimme zählt. Würde jeder Bürger das Argument bringen, dass seine Stimme nicht zählt, gäbe es viel weniger Wahlbeteiligungen an den Wahlen. Somit könnte auch keine durchschnittliche Meinung von Deutschland ersichtlich werden, die durch ein Wahlergebnis widergespiegelt werden würde.

Wägt man alle Argumente ab, so wird deutlich, dass Wählen ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist. Da jede Stimme eines einzelnen Bürgers bedeutsam in einer Wahl ist und zählt.

erstellt von: Ramina, Yasmin

20. November 2018
von Iyangaran
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Studie: Grundschüler wissen wenig über Juden und Roma

München (dpa) – Grundschüler in Deutschland wissen einer neuen Studie
zufolge wenig über Juden und noch weniger über Roma. Zwar hat die
Hälfte aller Sechs- bis 13-Jährigen das Wort «Jude» schon mal gehört,
erklären kann es jedoch nur ein gutes Drittel, wie das Internationale
Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) in
München herausgefunden hat.

Dass Juden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs verfolgt wurden, wissen
laut der Umfrage zwar die Hälfte der Acht- bis Neunjährigen und fast
alle Zwölf- bis 13-Jährigen (94 Prozent), ganz sicher über diesen
historischen Fakt ist sich jedoch bei den Acht- bis Neunjährigen nur
knapp jeder Fünfte (18 Prozent).

Noch schlechter ist es der Studie zufolge um das Wissen über Roma
bestellt. Den Begriff «Roma» hat die Hälfte der Sechs- bis
13-Jährigen noch nie gehört.

20. November 2018
von Iyangaran
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Neunziger-Nostalgie geht weiter: «Scharnier zwischen zwei Zeitaltern

Zu geil für diese Welt» hieß in den 90ern ein Hit der Fantastischen
Vier. So heißt nun auch ein neues Buch über das letzte Jahrzehnt des
20. Jahrhunderts. Die 1990er-Nostalgie scheint noch ein bisschen
angesagt zu bleiben.

Berlin (dpa) – Nostalgie geht immer. Was bis vor einigen Jahren noch
die 80er waren, scheinen nun die 90er: Sie sind das gute Jahrzehnt
vor der aufregenden Gegenwart. Die Dekade, in der das Internet noch
in den Anfängen steckte und nicht so nervös machte. 90er-Nostalgie
scheint im Trend zu liegen, wie nicht zuletzt auch das kürzlich
angekündigte Spice-Girls-Comeback zeigt.

In einem neuen Buch analysiert der Autor Joachim Hentschel das
Jahrzehnt zwischen Raves und Aktienboom – Titel: «Zu geil für diese
Welt», wie der 25 Jahre alte Hit von den Fantastischen Vier.

Die 90er waren demnach ein «Scharnier zwischen zwei Zeitaltern». Die
Menschen der 90er «waren im TV live dabei, als Sarajevo beschossen
und Helmut Kohl abgewählt wurde». Die Kapitel heißen «In Berlin ist
alles möglich: Die Stadt wird zum Abenteuerspielplatz» oder auch
«Mayday, Mayday: Techno wird Overground».

In Berlin läuft übrigens noch bis Februar eine Multimedia-Schau
namens «Nineties.Berlin» über die wilden 90er der deutschen
Hauptstadt.

Bereits letztes Jahr kam das Buch «Wir Kinder der Neunziger: Alles,
was wir damals liebten (und was uns heute peinlich ist)» heraus. Ins
Nostalgie-Regal – auch wenn es sich zur anderen Hälfte natürlich mit
den 80ern befasst – passt außerdem das im Februar erschienene Buch
«Generation Kohl – Als die Rente noch sicher, der Weltspartag noch
wichtig und unsere größte Sorge das Waldsterben war».

In «Zu geil für diese Welt» gehört Hentschel zu denjenigen, die die
These vertreten, dass die 90er fast zwölf Jahre dauerten und zwischen
den (englisch geschriebenen) Daten 11/9 und 9/11 lagen. Gemeint sind
der 9.11.1989 und der 11.9.2001. Markiert werde das Jahrzehnt also
jeweils von der Zerstörung symbolischer Bauwerke: vom Fall der
Berliner Mauer und dem Einsturz der Zwillingstürme des World Trade
Centers in New York nach den Terrorattacken vom 11. September.

20. November 2018
von Iyangaran
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Flüchtlingskinder in vielen Ländern mit schlechten Bildungschancen

Berlin (dpa) – Flüchtlingskinder haben in vielen Ländern nur wenig
Chancen auf gute Bildung. Trotz zahlreicher positiver Maßnahmen zur
Integration gebe es auch im deutschen Bildungssystem
Verbesserungsbedarf, heißt es im Weltbildungsbericht der Unesco, der
am Dienstag in Berlin vorgestellt wird. Kritisiert wird unter
anderem, dass viele Flüchtlingskinder lange in Sonderklassen
unterrichtet würden. «Das gemeinsame Lernen aller muss die nächste
Aufgabe sein, der sich das Land stellt», erklärten die Autoren.

Insgesamt habe Deutschland bei der Integration von Flüchtlingen in
das Bildungswesen aber bereits viel erreicht, sagte die Präsidentin
der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. Konkret nannte sie
eine umfangreiche Sprachförderung und die Anerkennung ausländischer
Abschlüsse für den Arbeitsmarkt, bei der Deutschland weltweit
herausrage. Fehlende Qualifikationen seien für viele trotzdem ein
Hindernis. Vor allem junge Frauen hätten Schwierigkeiten, in der
deutschen Arbeitswelt Fuß zu fassen.

20. November 2018
von Iyangaran
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Konkret und realistisch: Gute Vorsätze im Job und Studium umsetzen

Weniger Stress im Job, mehr Sport nach Feierabend und endlich den
Sprachkurs belegen – solche Dinge nehmen sich viele jedes Jahr wieder
vor. Oft verpuffen die guten Vorsätze im Beruf und Studium aber
schnell. Dabei gibt es einfache Tricks für die Umsetzung.

Münster/Dresden (dpa/tmn) – Der innere Schweinehund ist faul, aber
listig. Wenn an Silvester alle Welt herausposaunt, was im neuen Jahr
im Beruf und Studium anders werden soll, hält er sich zurück. Lass
sie nur, denkt er sich. Um dann ab dem 1. Januar umso gründlicher die
guten Vorsätze zu untergraben. Im Beruf vorankommen oder im Studium
den Abschluss machen? Das hat noch Zeit, flüstert er einem ins Ohr.
Sich weiterbilden? War bisher doch auch nicht nötig. Gesünder essen
in der Kantine? Schmeckt doch nicht. Meist verfliegt der Elan dann
schon kurz nach Silvester.

So setzen Berufstätige und Studenten ihre Vorsätze richtig um:

Realistisch bleiben: «Viele Vorsätze scheitern daran, dass sie
unrealistisch sind», erklärt Prof. Dirk Windemuth vom Institut für
Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(IAG). Wer sich zu viel vornimmt und als Hobbysportler gleich den
Ironman anpeilt, erreicht oft gar nichts. Berufstätige und Studenten
sollten daher zunächst ausprobieren, welche Joggingstrecke sie
schaffen – oder welches Lerntempo. «Viele verschätzen sich dabei.
Dann ist der Frust programmiert», sagt Julia Haferkamp von der
Prokrastinationsambulanz der Universität Münster. Dort erhalten
Studenten Hilfe, wenn sie ständig Aufgaben und Vorhaben vor sich
herschieben. Ihr Tipp: Die Zielmarke um 50 Prozent herunterschrauben.

Konkrete Ziele setzen: Viele machen den Fehler, Vorsätze zu unkonkret
zu formulieren, hat Haferkamp beobachtet. Vorsätze wie «Ich müsste
mal beruflich vorankommen» oder «Ich könnte mal ein paar Kilo
abnehmen» seien zum Scheitern verurteilt. «Hier fehlt ein klares
Ziel», erklärt die Psychologin. Wollen Studenten und Berufstätige
also mehr Sport treiben, müssen sie sich fragen: Was für Sport? Wo
kann ich das machen?

In Etappen vorgehen: Vorsätze lassen sich am besten in kleinen
Schritten umsetzen. Zum einen erscheinen Aufgaben wie der Abschluss
im Studium oder in der Weiterbildung nicht mehr so groß, wenn man sie
unterteilt. Außerdem verschaffen Etappenziele mehr Erfolgserlebnisse.
Eigene Fortschritte kann man sich dabei zum Beispiel mit zwei
Murmelgläsern auf dem Schreibtisch vor Augen führen, sagt Haferkamp.
«Jedes Mal, wenn eine Teilaufgabe erledigt ist, wandert eine Murmel
vom einen ins andere Glas.» Das motiviert zum Weitermachen.

Gewinn vor Augen halten: Gute Vorsätze enthalten oft, auf gewohnte
Dinge zu verzichten: das Rauchen, das fette Essen in der Kantine, das
Gammeln auf der Couch. Wichtig ist es daher, dass Berufstätige sich
verdeutlichen, was sie davon haben. Wer sich ein konkretes Wunschbild
vorstellt, setzt damit positive Energie frei. «Dann freut man sich
darauf wie auf einen Urlaub», erläutert Markus Hornig aus Berlin, der
als Coach im Spitzensport und in der Wirtschaft tätig ist. So kann
man sich etwa ausmalen, wie die alte Hose wieder passt. Oder wie man
in der angestrebten Rolle als Abteilungsleiter zur Arbeit kommt.
Selbstständigen gehen unliebsame Aufgaben wie die Steuererklärung
oder das Schreiben von Rechnungen ebenfalls leichter von der Hand,
wenn sie daran denken, wie sie hinterher ihr Geld vom Finanzamt oder
dem Kunden in der Hand halten, ergänzt Haferkamp.

Rückschläge einkalkulieren: Positives Denken allein reicht nicht, um
gute Vorsätze umzusetzen. «Das ist zu rosarot», sagt Hornig. Wichtig
ist es vielmehr, auch Rückschläge einzurechnen. Das verhindert, dass
ein Rückfall in alte Kantinengewohnheiten oder eine Absage beim
Bewerben gleich den ganzen Vorsatz zunichtemacht. «Das ist wie im
Fußball», erklärt Hornig. «Nach einem 0:1 darf man nicht einknicken.»
Dann ist es wichtig, nicht die Schultern hängen zu lassen, sondern
sich selbst Mut zuzureden und weiterzumachen.

Antworten auf Ausreden überlegen: Kaum hat man die Joggingschuhe oder
das Lehrbuch in der Hand, meldet sich der innere Schweinehund.
«Morgen ist auch noch ein Tag», sagt er. Oder: «Ich bin zu müde und
zu hungrig.» Um ihn im Zaum zu halten, sollte man sich gleich
Antworten auf solche Ausreden zurechtlegen, rät Haferkamp. Diese
könne man sich etwa gut sichtbar auf einen Zettel schreiben.

Ablenkungen vermeiden: Es hilft, eine konkrete Uhrzeit festzulegen
für die einzelnen Schritte zur Umsetzung der Vorsätze. Wer zum
Beispiel Ordnung auf dem Schreibtisch schaffen will, blockt dafür am
Montag um 14.00 Uhr eine Stunde im Kalender. «Dabei ist es wichtig,
Störungen um diese Zeit zu vermeiden. Im Büro mache ich also die Tür
zu, das Handy und das E-Mail-Programm aus», empfiehlt Haferkamp.

Sich selbst belohnen: Als Motivation sollten Berufstätige und
Studenten sich ab und zu selbst belohnen. Nach dem Sport oder Lernen
kann das bedeuten, sich einen Abend Zeit zum Entspannen in der
Badewanne zu gönnen, rät Windemuth. Auch ein schönes Abendessen
bietet sich hierfür an, ergänzt Haferkamp.

Vorbilder suchen: Wie im Sport können Vorbilder auch im Beruf und
Studium motivieren. Wird der Kollege zum Abteilungsleiter befördert
und bekommt eine Gehaltserhöhung, dürfte sich mancher denken: «Was
der kann, kann ich doch auch!», erklärt Hornig. Berufstätige können
sich daher einiges von Kollegen abgucken. Auch ein spielerischer
Wettstreit kann für kurze Zeit ein Ansporn sein, etwa eine Wette
darum, wer zuerst das angestrebte Englisch-Zertifikat erhält.

Chef und Kollegen einbinden: Es hilft, sich Mitstreiter zu suchen,
sagt Windemuth. So kann es ratsam sein, anderen von seinen Vorsätzen
zu erzählen. Dann fragen diese später: «Na, hast du deinen Sprachkurs
schon gemacht?» Und der Griff zum Salat in der Kantine fällt
leichter, wenn ein anderer dabei mitmacht. Bei manchen Dingen müssen
Mitarbeiter auch den Chef ins Boot holen – wenn es etwa darum geht,
nach Feierabend keine E-Mails beantworten zu müssen.

Einfach anfangen: Die gute Nachricht zum Schluss: Der innere
Schweinehund lässt sich leicht überlisten. Man muss sich nur dazu
bewegen, erst einmal in die Gänge zu kommen. «Wer abends einfach
todmüde ist, sollte sich also einfach für eine kleine
Zehn-Minuten-Runde zum Joggen aufraffen», rät Hornig. Der Clou dabei:
«Nach den zehn Minuten hört man nicht auf, weil man merkt, wie gut
das tut. Dann trägt einen diese Energie weiter.» Das funktioniert
auch beim Lernen für Weiterbildungen oder Prüfungen.

Info-Kasten: Ziele erreichen mit der Smart-Formel

Beim Formulieren der Vorsätze für 2019 kann die «Smart»-Formel
helfen. Eine Lesart davon lautet: Ziele müssen spezifisch («s»),
messbar («m»), ausführbar («a»), realistisch («r») und terminiert
(«t») sein, erklärt Julia Haferkamp von der Universität Münster.

Info-Kasten: 1. Januar ist für manche Vorsätze kein guter Zeitpunkt

Ab 1. Januar wird alles anders? Das scheitert schon daran, dass der
1. Januar für Vorsätze wie mehr Sport kein guter Zeitpunkt ist.
«Draußen ist es grau und kalt, da geht man natürlich nicht gerne
joggen», erklärt Prof. Dirk Windemuth vom Institut für Arbeit und
Gesundheit. Auch stressige Prüfungsphasen sind ungeeignet dafür, gute
Vorsätze umzusetzen. Damit sie kein reines Januar-Phänomen bleiben,
sollte man sie von vornherein als längeres Projekt angehen. «Um gute
Vorsätze umzusetzen, braucht man einen langen Atem», sagt Markus
Hornig, Coach aus Berlin. «Man sollte also besser zwei bis drei
Monate einkalkulieren und sich sagen: So lange ziehe ich das jetzt
auch durch

20. November 2018
von Iyangaran
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Tochter jahrelang missbraucht – Sechseinhalb Jahre Haft

Berlin (dpa) – Weil er seine Tochter jahrelang sexuell missbrauchte,
ist ein Vater zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das
Berliner Landgericht sprach den 60-Jährigen am Donnerstag in 44
Fällen schuldig. «Das ist die Spitze des Eisberges», sagte der
Vorsitzende Richter. Der Angeklagte habe das Mädchen «wohl ab drei
Jahren bei jeder sich bietenden Gelegenheit missbraucht». Die Folgen
für seine inzwischen 16 Jahre alte Tochter seien verheerend.

Die Anklage des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs war auf die mehr
als 40 Fälle beschränkt worden, dem Finanzkaufmann wurden Übergriffe
in der Zeit von August 2008 bis April 2014 zur Last gelegt. Bei den
ersten angeklagten Taten war das Mädchen sechs Jahre alt. «Er hat
seiner Tochter das Leben zur Hölle gemacht», sagte der Richter.

Die Tochter hatte sich mit 14 Jahren einem Bruder offenbart. «Bis
dahin hatte ich alles verdrängt», sagte sie im Prozess. Ihr Vater sei
in der Familie «bestimmend» gewesen. Nach ihrer Anzeige gegen ihn sei
eine Trauma-Erkrankung bei ihr ausgebrochen. Sie sei seitdem nicht
mehr in der Lage, in die Schule zu gehen, sagte die Jugendliche, die
zuletzt ein Gymnasium besucht hatte.

20. November 2018
von Iyangaran
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Faszination Kickern: Ein Kneipensport will olympisch werden

Auf einen WM-Titel im Fußball müssen die Österreicher vermutlich noch
lange warten. Im Tischfußball spielen sie dagegen schon ganz vorne
mit. Eine der besten Kickerinnen der Welt kommt aus Wien und hat
einen Lebenstraum: Tischfußball wird zur olympischen Disziplin.

Wien (dpa) – Rockmusik, Gelächter, Pizzaduft. Wo andere sich ein
Feierabendbier genehmigen, trainiert Sophie Jobstmann für die nächste
Weltmeisterschaft. Wie jeden Montagabend trifft sich die 30-Jährige
mit ihren Freunden in der «nachBar», einer urigen Kneipe in der
Wiener Josefstadt – um Tischfußball zu spielen. Die Stimmung ist
locker, Jobstmann und ihre Mitspieler rauchen und erzählen sich
Witze, bevor sie an den Kickertisch schreiten. Doch es geht um mehr
als um Spaß.

Für die junge Frau ist Kickern keine bloße Freizeitbeschäftigung,
sondern ein Profisport, in den sie viel Zeit investiert.
«Tischfußball ist mittlerweile definitiv mein zweites Leben, andere
Hobbys habe ich fast gar nicht mehr», erklärt sie. «Daheim habe ich
meinen eigenen Tisch und trainiere daran täglich mehrere Stunden.»

Denn wie in anderen Sportarten ist eben auch beim professionellen
«Wuzeln» – so heißt Tischfußball in Österreich – Disziplin, Ausdauer
und hartes Training gefragt, wenn man ganz oben mitspielen will.

Und das tut die gebürtige Wienerin Jobstmann schon seit geraumer
Zeit. Anfangs kickerte die studierte Sozialpädagogin, die heute bei
einer Versicherungsanstalt arbeitet, lediglich zum Spaß in ihrer
Stammkneipe. Auf den Ratschlag eines Freundes hin trat sie 2010 einem
Wiener Tischfußball-Verein bei und «wuzelt» seitdem auf
Wettkampfniveau. Nach Spielen in einer österreichischen Kicker-Liga
startete sie bald auch im Ausland durch.

2013 gewann Jobstmann ihren ersten internationalen Wettbewerb, die
sogenannte Table Soccer World Series. In den Jahren danach folgten
Silber- und Bronzemedaillen bei weiteren internationalen Turnieren.

Aktuell befindet sie sich im Damen-Ranking des internationalen
Tischfußballverbands ITSF auf Platz 11 und ist damit nicht die
einzige Österreicherin, die ganz vorne mitmischt. Gleich mehrere
Spieler aus der Alpenrepublik stehen im internationalen Vergleich an
der Spitze. Weiter aufsteigen könnte Jobstmann durch einen
Medaillengewinn bei der nächsten Tischfußball-Weltmeisterschaft, die
2019 im spanischen Murcia stattfindet.

«Man kann die internationalen Wettkämpfe ein bisschen mit den Grand
Slams im Tennis vergleichen», erklärt Jobstmann. Von Prämien, wie sie
in Wimbledon und Co. üblich sind, kann sie allerdings nur träumen.
Das Preisgeld bei einem World-Series-Turnier liege bei ungefähr 300
Euro. «Wenn ich das mit den Reise- und Hotelkosten verrechne, komme
ich circa bei null raus.»

Wenn man Jobstmann so zuhört, wird vor allem eines deutlich: Sie will
klarmachen, dass Tischfußball mehr ist als ein Zeitvertreib in der
Kneipe: eine ernstzunehmende und professionelle Sportart, die in
Österreich wie im Ausland mehr Aufmerksamkeit verdient. Problematisch
ist jedoch, dass Kickern in der Alpenrepublik nicht einmal als Sport
anerkannt ist. Daher, so Jobstmann, erhalten Vereine auch keine
staatliche Förderung oder Sponsorengelder. Neidisch blickt die
Wienerin deshalb nach Deutschland.

In Deutschland ist Tischfußball seit 2010 als gemeinnütziger Sport
anerkannt. Damit befinden sich die rund 8000 deutschen Kicker, die in
verschiedenen nationalen Ligen spielen, laut Klaus Gottesleben in
einer relativ komfortablen Situation: «In Deutschland ist die Lage
ganz gut. Immer mehr Vereine haben eine eigene Nachwuchsförderung und
erhalten Sponsorengelder», sagt der Präsident des Deutschen
Tischfußballbunds. Jedoch gibt er zu bedenken, dass Tischfußball noch
immer das Bild eines Kneipensports anhafte, das nur langsam aus den
Köpfen zu bekommen sei.

Für Gottesleben ist das jedoch kein Problem: «Es dauert eben noch ein
bisschen, bis sich Tischfußball als Breitensport durchgesetzt hat.
Aber wir haben keinen Zeitdruck.» Dass Kickern in absehbarer Zeit als
olympische Disziplin anerkannt wird, hält er für unrealistisch.
Ehrgeiziger zeigt sich dagegen Jobstmann: «Ich rechne damit, dass das
noch zehn bis fünfzehn Jahren dauert», sagt sie. Dann könnte endlich
ihr Traum wahrwerden: den Lebensunterhalt als professionelle
«Wuzlerin» bestreiten und für Österreich olympisches Gold holen.