SDS-newsline Onlinezeitung

23. Mai 2018
von schueler
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Deutschland für Schutz von Schulen in Kriegsgebieten

Berlin (dpa) – Deutschland tritt in einer Erklärung zum Schutz von
Schulen in bewaffneten Konflikten ein. Als 75. Land unterstütze
Deutschland die «Safe Schools Declaration», bestätigte ein Vertreter
des Auswärtigen Amts am Dienstag in Genf. Nach Angaben der
norwegischen Regierung haben bislang 74 Staaten die Erklärung
unterschrieben, darunter einige afrikanische Länder wie Nigeria, der
Südsudan oder die Demokratische Republik Kongo. Sie bekennen sich mit
der Unterzeichnung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten.

Die Kinderhilfsorganisation World Vision begrüßte den Beitritt der
Bundesrepublik zu der Vereinbarung. «Das Ziel der Deklaration ist es,
dass Millionen Kinder in Kriegsregionen weiter zur Schule gehen
können und nicht mehr als menschliche Schutzschilde missbraucht
werden», teilte die Organisation mit.

In vielen Konflikten sei es zur Gewohnheit geworden, gerade Schulen
für das Militär zu nutzen. Deshalb würden sie oft zur Zielscheibe.
Dadurch würden nicht nur Gebäude zerstört, sondern oft auch Kinder
getötet. So seien allein im Südsudan etwa 800 Schulgebäude seit
Dezember 2013 zerstört worden. «Es ist wichtig in Konfliktgebieten,
dass es einen Ort gibt, wo Kinder geschützt sind», sagte Ekkehard
Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland, der Deutschen
Presse-Agentur.

23. Mai 2018
von schueler
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Eltern und Lehrer kritisieren Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer

Berlin/München (dpa) – Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer zu
Beginn der Pfingstferien in Bayern ist bei Eltern- und
Lehrerverbänden auf Kritik gestoßen. «Es stimmt: Die Regeln müssen
eingehalten werden. Aber die Polizei einzuschalten ist doch etwas
übertrieben», sagte der Vorsitzende des Bundeselternrats,
Stephan Wassmuth, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Zu Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern
rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen
ließen. Alleine in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern,
die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen als die Kinder in
den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe
Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den
zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das Vorgehen
der Polizei ebenfalls für überzogen. «Generell ist es sinnvoller, mit
den Eltern das Gespräch zu suchen», betonte Ilka Hoffmann von der
GEW. «Einen Polizeieinsatz halte ich bei Einzelfällen für eine zu
starke Reaktion.» Dies könne aber bei dauerhafter Abwesenheit eines
Kindes – zum Beispiel über mehrere Monate – angebracht sein.

22. Mai 2018
von schueler
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Schwarz und ein bisschen Rokoko

Sie sind meist schwarz gekleidet und bleich geschminkt. Sie mögen
Friedhöfe und düstere Musik. Und ein Mal im Jahr kommen die
Wave-Gotik-Fans in Leipzig voll auf ihre Kosten. Es ist aber längst
nicht mehr nur eine düstere Atmosphäre.

Leipzig (dpa) – Wer zu Pfingsten durch die Leipziger Innenstadt geht,
kommt sich vor wie auf einer Zeitreise. Dort trifft der Adel in
opulenten Barock-Kostümen, mit Lockenperücke und weiß gepuderten
Gesichtern auf den Gothic-Klassiker mit Undercut, irritierend weißen
Kontaktlinsen und schwarzer Kleidung. Mehr als 20 000 Anhänger der
Gothic-Szene verwandeln die Messestadt zum 27. Wave-Gotik-Treffen
(WGT) bis Montag in einen eigenen Kosmos – mit Fans der «schwarzen
Szene», Kostüm-Freaks, Dunkelhippies, Vampirfans und dazwischen ein
bisschen Rokoko.

Längst ist es beim WGT nicht mehr düster, unheimlich und
ausschließlich schwarz wie zu Beginn Anfang der 1990er Jahre. Die
Strömungen sind vielfältig: Neben der «schwarzen Szene» und den
Barockfans wirken die Steampunks wie aus der Zeit gefallene
Menschmaschinen, der Cybergoth trägt dagegen viel Lack, hautenge
Kleidung und Perücken mit Plastik-Schläuchen in Signalfarben.
Dazwischen tummeln sich Besucher mit Pferdemasken, Gasmasken,
Monstermasken oder Fantasieuniformen. Und hier und da blitzen, als
gewollter Kontrast, Frauen in weißen Kleidern, Flügeln und blutrotem
Mund auf.

Der Auftakt des 27. Treffens am Freitagnachmittag gehört aber
eindeutig der Barockfraktion. Tausende Anhänger tummeln sich in einem
Park zum «Viktorianischen Picknick». Überall stehen gedeckte Tische
mit verschnörkeltem Geschirr – mitunter ziert ein Totenschädel die
Runde. «Es ist eine ungezwungene friedliche Atmosphäre und wir leben
gerne das 17. Jahrhundert vor», sagt Mark Möbes aus Leipzig, der mit
Beinkleidern und Perücke wirkt, als wäre er dem französischen Adel
entsprungen. «Wir sind hier, um uns und eine wunderschöne Epoche zu
präsentieren.»

Das mag dem wahren Gothicfan nicht immer gefallen, der stets betont,
dass er sich nicht verkleidet, sondern eine Lebensform daraus gemacht
hat. Manchmal werden diejenigen spöttisch beäugt, die sich für das
WGT verkleiden.

Mary Draisine ist aus dem nordrhein-westfälischen Herten erstmals
angereist und bezeichnet sich als «Gothic». Die 49-Jährige lebt den
Stil auch im Alltag und findet gerade die vielen Strömungen beim
«Viktorianischen Picknick» so interessant. «In erster Linie sollten
wir doch tolerant sein.» Sie schiebt ihren auf alt getrimmten
Kinderwagen über den Rasen. Das Innenleben ist sehr morbide und für
manchen auch verstörend: Eine Kinderpuppe sitzt dort mit gespaltenem
Schädel, das Hirn freigelegt und schaut auf das Treiben der Mäuse,
die die Kinderstube durchstöbern.

«Die Unterschiede der Subkulturen innerhalb der Szene sind sehr
wichtig», sagt der Kultursoziologe Thomas Schmidt-Lux von der
Universität Leipzig. Gothic sei ein Lebensstil, der das ganze Jahr
über mit der Musik und der Kleidung gelebt werde. Es wird viel Geld
in die Kleidung, Schminke und ungewöhnliche Accessoires investiert.
«Aber es gibt sicherlich Menschen, die sich zu dem Wave-Gotik-Treffen
besonders in Schale werfen. Das Festival ist auch ein kleiner
Laufsteg.»

Da es aber Hunderte Veranstaltungen an mehr als 40 Orten gibt, kommt
die «schwarze Szene» nicht zu kurz. Einige von ihnen dürfen nachts
über den Südfriedhof streifen. Eine Kunsthistorikerin erzählt den
Szenefans von Totenkronen, Wiedergängern und der Angst vor dem
Scheintod. Es gibt schaurige Geschichten über Leichenwache,
Leichenraub und Leichenfett sowie Sagengeschichten rund um die
Mysterien des Todes. An einem Abend können die Besucher sogar
versuchen, Fledermäuse mit speziellen Ortungsgeräten aufzuspüren.

Beim WGT tauchen auch immer wieder kleinere Gruppen in Uniformen auf,
die denen der Wehrmacht sehr ähneln. «Ein kleinerer Teil der Szene
hat schon eine gewisse Affinität zur rechten Szene. Auch einige Bands
stehen immer wieder unter Naziverdacht», erläutert Kultursoziologe
Schmidt-Lux.

«Das sind Uniformen aus dem 1. Weltkrieg. Wir sind nicht rechts,
haben nur einen Uniformfetisch», wehren sich zwei Männer aus Hessen
gegen den Vorwurf. An einer Kette führen sie eine Frau in rotem
Lackmieder, Mundschutz und Flügeln über die Picknickwiese. «Das ist
Amelia von Schwefel, unser Höllendrache.» So ist das
Wave-Gotik-Treffen in Leipzig: Auffallen und gerne auch mal
provokant. Aber bisher immer friedlich.

22. Mai 2018
von schueler
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Kultusminister-Präsident fordert mehr Kapazität für Lehrerausbildung

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Thüringens
Ressortchef Helmut Holter, fordert deutlich mehr Kapazitäten für die
Ausbildung von Lehrern, um dem Personalmangel an Schulen zu begegnen.
Das Recht auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ab 2025 und
steigende Geburtenraten stellten die Länder vor riesige Probleme,
sagte der Linkspartei-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland
(RND). Es mangele auch an Personal, «weil der Lehrerberuf in Sachen
Perspektive kein gutes Image hat». Holter fügte hinzu: «Die Zeit
drängt. Jeder weiß: Wer heute das Studium beginnt, steht in acht
Jahren als ausgebildete Lehrkraft zur Verfügung.»

Der Bildungsminister forderte in dem Gespräch zudem, mit Geld aus dem
Digitalpakt des Bundes für die Schulen auch Qualifizierungen von
Lehrern zu finanzieren. Das Geld solle seiner Meinung nach nicht nur
für Technik – etwa Geräte oder Netzwerke – ausgegeben werden. «Für
wichtiger halte ich es, die Lehrer beim Digitalwissen mindestens auf
den Stand ihrer Schüler zu bringen.»

Vom geplanten Nationalen Bildungsrat, den die große Koalition auf
Bundesebene vereinbart hat, will sich Holter nicht in die
Bildungshoheit der Länder hineinregieren lassen. «Der Rat soll seine
Empfehlungen geben, aber die KMK, beziehungsweise die Länder,
entscheiden», sagte der Thüringer Minister. Bundesbildungsministerin
Anja Karliczek (CDU) möchte mit dem Bildungsrat etwa erreichen, dass
Länder-Unterschiede bei einem Umzug von einem Land ins andere und dem
damit verbunden Schulwechsel keine Probleme machen – und dass das
Abitur bundesweit den gleichen Wert hat.

22. Mai 2018
von schueler
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Dutzende Streetartkünstler gestalten Hauswände

Nackenstarre garantiert» – das versprechen die
Organisatoren des Berlin Mural Festes. Mehr als 100 Streetartkünstler
haben 30 Hauswände in der Stadt bemalt, beklebt und besprayt, wie die
Organisatoren vom Verein Berlin Art Bang mitteilten. Auf über 10 000
Quadratmetern sind überdimensionale Wandbilder (englisch: murals)
entstanden. Von der ABS Crew aus Peking bis zu YAT aus Paris:
Streetart-Künstler aus der ganzen Welt haben die Open-Air-Gallery
gestaltet.

Am Pfingstwochenende lockt ein Begleitprogramm mit Kunsttouren,
Skateboardcontest, elektronischer Musik, Live-Paintings und
Musik-Performances. Nach dem Wochenende bleibt die Kunst erhalten –
Eintritt: frei.

In Berlin gibt es viele fensterlose Brandmauern. Jahrzehntelang
tobten sich vom Senat beauftragte Künstler oder Hausbesetzer darauf
aus. Heute sind es Street-Art-Künstler aus aller Welt – auch
außerhalb des Festivals.

22. Mai 2018
von schueler
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Große Reise, großes Risiko? – Jugendgruppenleiter und ihre Haftung

Der erste Urlaub ohne Eltern: Bei Jugendfreizeiten sollen Kinder sich
austoben, Neues erleben und Freundschaften knüpfen. Damit dabei
nichts passiert, gibt es Jugendgruppenleiter, meistens ehrenamtlich.
Doch was ist, wenn mal etwas richtig schiefläuft?

Stuttgart/Bielefeld (dpa/tmn) – Wenn aus Kindern Jugendliche werden,
wollen viele nicht mehr mit Mama und Papa in Urlaub fahren – sondern
lieber mit einer Jugendfreizeit. Anbieter solcher betreuten Reisen
gibt es in Deutschland etliche. Und damit sich die Eltern um die
Kinder nicht sorgen müssen, werden die Reisen von meist
ehrenamtlichen Jugendfreizeitleitern begleitet.

Ehrenamt heißt dabei aber nicht, dass die Betreuer nicht gut
ausgebildet sind. «Unsere Betreuer haben alle die Jugendleiter-Card»,
sagt Stephan Kelm vom Jugendwerk der AWO Württemberg. Die AWO ist der
Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt und einer der größten
Veranstalter von Jugendfreizeiten in Deutschland. Die
Jugendleiter-Card oder kurz Juleica ist der bundesweit einheitliche
Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit.

Jeder Inhaber einer Juleica hat eine Standard-Ausbildung absolviert.
Mindestens 30 Stunden wurden die Bewerber in Themen wie
Gruppenpädagogik, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und
Aufsichtspflicht geschult. Hinzu kommt bei der AWO, so wie bei den
meisten Reiseveranstaltern, noch eine eigene Ausbildung: Neue
Ehrenamtliche absolvieren an zwei Wochenenden eine zusätzliche
Jugendleiterschulung und einen Erste-Hilfe-Kurs. Da bei der AWO auch
jüngere Kinder mitfahren, die manchmal erst sechs oder sieben Jahre
alt sind, sind Vorsicht und Erfahrung besonders wichtig.

Bei Fahrten, an denen etwas ältere Jugendliche teilnehmen, ist vor
allem ein Thema relevant: Alkoholkonsum. «Das ist eines der
Hauptprobleme dieser Jugendfahrten», sagt Sven-Wulf Schöller,
Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Erlangen. Jemand trinkt zu
viel, dann passiert ein Unfall. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen in
Deutschland Wein, Bier und Schaumwein kaufen und konsumieren.

Gehen die Reisen in Länder, in denen schärfere Bestimmungen gelten,
müssen sich die Gruppenleiter jedoch an die Regelungen des jeweiligen
Landes halten – und den Alkoholkonsum gegebenenfalls verbieten. «Das
ist ein schmaler Grat», sagt Kristina Oehler, Prokuristin bei Ruf
Jugendreisen. Denn einige Jugendliche seien von zu Hause gewohnt,
bereits etwas trinken zu dürfen. «Dann fahren sie nach Spanien und
denken, da wartet das blühende Leben, und dann heißt es: geht nicht.
Da braucht man gewisse pädagogische Grundlagen, um denen das
klarzumachen.»

Auch bei Ruf durchlaufen die Betreuer neben der Jugendleiter-Card
eine zusätzliche fünftägige Schulung, bei denen ihnen alles zum Thema
Jugendschutz und Umgang mit Gefahren vermittelt wird. «Man muss auf
die kritischen Themen, die im Jugendalter typisch sind, sehr gut
vorbereiten», sagt Oehler und nennt vor allem den Umgang mit Alkohol,
Zigaretten, mit Drogen und Ausgehzeiten. Auch in Rechtsfragen und im
Umgang mit Schutzbefohlenen werden die Ehrenamtlichen geschult.

Eine der wichtigsten Grundlagen dabei: Jugendleiter haben die
Aufsichtspflicht. Sie müssen also dafür sorgen, dass den Kindern
nichts passiert. «Man versucht natürlich, die Schäden zu verhindern,
indem man sie für Gefahren sensibilisiert und aufpasst, dass sie
keinen Blödsinn machen» sagt Kelm.  «Aber natürlich kann auch mal
etwas schiefgehen. Ein Kind kann sich auch unter bester Aufsicht beim
Fußballspielen das Bein brechen.» Das sei dann noch keine Verletzung
der Aufsichtspflicht – allerdings müssen Betreuer in solchen Fällen
natürlich dafür sorgen, dass das Kind optimal versorgt wird.

Handelt es sich bei Schäden nicht um Vorsatz oder grobe
Fahrlässigkeit, zahlen gängige Versicherungen wie die Haftpflicht die
Schäden. In schlimmen Fällen, etwa bei einem Busunfall oder
Zugunglück, gibt es von Seiten des Veranstalters zudem die
SOS-Versicherung. So ein Fall sei zwar noch nicht eingetreten, sagt
Kelm. Doch sollte ein Großunglück geschehen, sorgt diese Police für
eine gute medizinische Versorgung, die sichere Rückführung, auch für
Seelsorge und etwa die Pressearbeit.

Richtet ein Betreuer vorsätzlich Schaden an, zahlen Versicherungen
jedoch nicht. Würde beispielsweise ein Betreuer selbst Alkohol
mitbringen und Schutzbefohlene «abfüllen», ist das kein Fall mehr für
die Haftpflicht. «Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haften die
Jugendgruppenleiter und kommen da auch nicht raus», sagt
Versicherungsrechtler Sven-Wulf Schöller.

Bei Ruf sind die Reiseleiter in der Regel volljährig. Bevorzugt
werden zudem Ehrenamtler, die schon mindestens 21 Jahre alt sind,
damit sie sich von Jugendlichen unterscheiden und Autorität
ausstrahlen. Und auch bei der AWO müssen die Betreuer volljährig
sein. «Es gibt Minderjährige, die mitarbeiten, aber die haben nur
einen Mini-Helfer-Status und sind immer mit vollen Betreuern
unterwegs», sagt Kelm.

Und wie haften Minderjährige, wenn sie vorsätzlich oder grob
fahrlässig jemanden verletzen oder Schäden anrichten? «Bis zur
Volljährigkeit ist die Deliktsfähigkeit davon abhängig, inwieweit die
Einsichtsfähigkeit gegeben ist», erklärt Anwalt Schöller. «Die
Einsichtsfähigkeit ist ein individuelles Kriterium, da
Jugendgruppenleiter aber normalerweise mindestens 16 Jahre alt sind,
geht man davon aus, dass die so einsichtsfähig sind wie Erwachsene.»

Doch da Schadenersatzzahlungen auch mal besonders hoch werden können,
hat die Rechtsprechung eine Grenze gezogen: «Wenn ein 17-Jähriger
einen Millionenschaden verursachen würde, müsste der ja sein ganzes
Leben lang zahlen», sagt Schöller. Das werde dann auf ein
«angemessenes Maß» reduziert.

Für alle Schäden im normalen Bereich aber, empfehlen die Experten
einhellig eines: Eltern sollten auch eine Eigenvorsorge treffen, etwa
durch eine Unfallversicherung der Kinder. Und die eigene
Haftpflichtversicherung sei natürlich ein Muss. Schließlich kann auch
der Nachwuchs selbst mal einen Schaden anrichten.

22. Mai 2018
von schueler
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Viel Planung und ein wenig Glück: So klappt der Hochschulwechsel

Nach dem abgeschlossenen Bachelor oder mitten im Studium: Wollen
Studierende die Hochschule wechseln, müssen sie sich genau über die
Anforderungen an der Wunschuni informieren. Denn nicht in jeder
Fachrichtung klappt ein Wechsel reibungslos.

Hannover (dpa/tmn) – Das Studium ist zu allgemein, zu speziell, man
hat Prüfungen versemmelt oder möchte in die Traumstadt ziehen: Die
Gründe für einen Studienortswechsel können ganz unterschiedlich sein.

Generell ist ein Hochschulwechsel seit Einführung des
Bachelor-Master-Systems gut möglich, erklärt Elke Mittag von der
Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung
Niedersachsen: «Die Modularisierung der Studiengänge durch Bologna
macht sie transparent und gut vergleichbar.»

Seit der Hochschulreform sind die Studieninhalte in Module
gegliedert, für deren Abschluss Studierende Leistungspunkte, auch
Credit Points genannt, bekommen. Einen Überblick über alle im Studium
zu erbringenden Leistungen finden Studierende im Modulhandbuch des
jeweiligen Studiengangs.

Wer den Studienort wechseln möchte, muss sich – wie jeder
Studienbewerber – an die von der Hochschule vorgegebenen Bewerbungs-
und Einschreibefristen halten. Außerdem gelten auch für
Studienwechsel die Zugangs- und Zulassungsordnung. Die Zugangsordnung
regelt die Voraussetzungen, die Bewerber erfüllen müssen:
Praxiserfahrung, bestimmte Fachkenntnisse oder ein
Motivationsschreiben etwa.

Die Zulassungsordnung bestimmt, wie Kandidaten ausgewählt werden,
wenn es mehr Bewerber als Studienplätze gibt. Bewerber sollten hier
genau hinschauen, rät Elke Mittag: «Auch ein zulassungsfreier
Studiengang kann Zugangsbedingungen haben.» So gilt für Wechsler, die
in das erste Semester einsteigen müssen, wie für alle anderen auch
ein möglicher N.C., während höhere Semester oft ohne diese
Zulassungsbeschränkung auskommen.

Wer nach dem Bachelor für den Master an eine andere Hochschule
wechseln möchte, muss erst einmal nur in die Zulassungsordnung des
Wunschstudiengangs schauen – und prüfen, ob er die Anforderungen
erfüllt. «Entweder passt’s sofort – oder eine Zulassung mit Auflagen
ist möglich», erklärt Martin Scholz von der Gesellschaft für
Information, Beratung und Therapie an Hochschulen.

Um zu klären, ob und wie eine Zulassung mit Auflagen möglich ist,
können Bewerber die jeweilige Fachstudienberatung kontaktieren. Unter
Umständen können sie dann in das erste Mastersemester aufgenommen
werden, müssen aber einzelne Module aus dem Bachelor nachholen. Dann
kann sich das Studium allerdings um einige Semester verlängern.

Ganz ähnlich ist das bei einem Wechsel innerhalb eines Bachelor- oder
Masterstudiengangs: Dazu weisen Studierende bereits erbrachte
Leistungen an der neuen Hochschule nach und bekommen sie angerechnet,
wenn diese den Inhalten entsprechen. Scholz rät dazu, in dem Fall mit
den Zentralen Studienberatungen oder Servicestellen der Heimat- und
der Wunschuniversität Kontakt aufzunehmen. Wichtig sei in jedem Fall,
dass Studierende sich erst einen Platz an der neuen Hochschule
sichern, bevor sie sich an der alten exmatrikulieren.

Etwas komplizierter gestaltet sich ein Wechsel für angehende Lehrer:
«Aufgrund des Föderalismus sind in den verschiedenen Bundesländern
ganz unterschiedliche Fächerkombinationen möglich», erklärt Scholz.
Wer von einem Bundesland in ein anderes wechseln möchte, muss deshalb
oft ein ganzes Fach nachstudieren – oder eine Ausnahmegenehmigung bei
der jeweiligen Schulaufsichtsbehörde beantragen.

Noch einmal anders läuft es bei Jura, wo die Studieninhalte staatlich
reglementiert sind. «Hier wird der Prüfungsausschuss eingeschaltet
und trifft im Einzelfallverfahren eine Entscheidung», erklärt Scholz.

Und auch für Medizinstudenten gelten andere Regeln, da die
Studienplätze in einem bundesweiten Verfahren zugeteilt werden. Ein
Wechsel ist deshalb nicht einfach so möglich – ein Tausch dagegen
schon. Wenn ein Tauschpartner an der Wunschhochschule gefunden ist,
müssen nur zwei Bedingungen erfüllt werden, meint der Studienberater:
«Die Studierenden müssen in ihrem jeweiligen Studienmodell bleiben –
also entweder im klassischen Medizin- oder im Modellstudiengang – und
die Hochschule muss dem Tausch zustimmen.»

Egal, ob unkompliziert oder aufwendig: Studierende sollten einen
Hochschulwechsel nicht auf die leichte Schulter nehmen, meint Elke
Mittag. Eine neue Stadt, neue Kommilitonen, Dozenten und auch eine
ganz andere Atmosphäre erwarten den Wechsler mitunter: «In
Hochschulen können sehr unterschiedliche Kulturen im Umgang mit den
Studierenden bestehen. In großen Universitäten gehört man eher zu
einer anonymen Masse, während der Kontakt an den kleineren
Hochschulstandorten viel persönlicher gestaltet sein kann.»

Wer während des Studiums auf Bafög angewiesen ist, muss einen
Studienortswechsel ganz besonders gut planen. Denn erst einmal gilt:
Die Förderung wird nur während der Regelstudienzeit gezahlt. Eine
Verlängerung des Studiums durch den Wechsel wird dann zum Problem.

Wechseln Studierende aber nicht nur die Hochschule, sondern auch das
Fach, wird die Ausbildungsförderung unter bestimmten Umständen auch
über die Regelstudienzeit hinaus geleistet. Dazu muss der Wechsel
nach Paragraf 7 Abs. 3 Bafög aus einem wichtigen Grund oder einem
unabweisbaren Grund erfolgen.

Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung wird bei einem
erstmaligen Fachrichtungswechsel in der Regel angenommen, dass ein
wichtiger Grund vorliegt. Die Förderungsdauer verlängert sich aber
nur dann, wenn der Abbruch oder Wechsel bis zum Beginn des vierten
Fachsemesters des ersten Studiums stattfindet.

22. Mai 2018
von schueler
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Startprobleme von Azubis

Viel zu spät in den Betrieb schlendern, dem Chef auf die Schulter
klopfen und dann erstmal mit dem Gabelstapler losrollen: Wer seinen
ersten Tag als Azubi so beginnt, darf sich über Gegenwind nicht
wundern. Ausbeuten lassen muss man sich aber auch nicht.

Berlin (dpa/tmn) – Die Ausbildung beginnt, der Tatendrang ist groß.
Doch gerade auf den ersten Metern der Azubi-Laufbahn lauern
zahlreiche Fettnäpfchen und Fallstricke. Die sollten Neu-Lehrlinge
möglichst umgehen. Allerdings ist nicht jeder Stolperer zu Beginn der
Ausbildung auch Schuld des Auszubildenden. Typische Fehler und
Probleme von Azubis im Überblick:

– Zu spät im Betrieb: Das ist der Klassiker unter den Fehlstarts,
sagt Ausbildungsberaterin Katharina Schumann von der Handwerkskammer
Berlin: «Ich sollte abklären, wie lange der Weg zur Arbeit dauert,
und entsprechend planen.» Wichtig ist dabei auch die Frage, wo man
überhaupt hin muss: Zum Betrieb, zur Filiale, direkt zur Baustelle?
Gerade wenn die Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag schon ein
paar Wochen alt ist, lohnt sich für solche Fragen ein Anruf im
Betrieb, etwa eine Woche vor dem Start.

– Unvorbereitet: Wer vor dem ersten Tag nochmal im Betrieb anruft,
kann auch gleich ein paar andere Fragen stellen – auch wenn sie blöd
erscheinen. «Ich kann eigentlich nicht zu viel fragen», sagt
Schumann. «Der Betrieb freut sich dann in der Regel, weil es zeigt,
dass da jemand wirklich Interesse hat.» Muss ich mich selbst um mein
Mittagessen kümmern? Und was muss ich anziehen und sonst so
mitbringen? Arbeitsmaterialien muss der Betrieb allerdings stellen,
sagt Simon Habermaaß, Bundesjugendsekretär bei Verdi. Das umfasst
Schutzkleidung, Fachliteratur oder die Scheren für Friseure.

– Falsche Anrede: Jeder Betrieb ist anders – und damit auch der
Tonfall unter Kollegen und gegenüber dem Azubi. «Im Handwerk zum
Beispiel duzen sich oft alle, in großen Unternehmen kann das aber
ganz anders aussehen», sagt Schumann. Hier sollten Neulinge also erst
einmal zurückhaltend sein und genau hinhören, statt beherzt den
Geschäftsführer anzukumpeln. Blöde Sprüche und Beleidigungen können
sich Azubis aber natürlich verbitten. Und einen festen
Ansprechpartner für Fragen und Probleme dürfen sie auch einfordern.

– Ungeduld und Übereifer: Großem Tatendrang folgt manchmal noch
größere Ernüchterung – weil man sich alles ganz anders vorgestellt
hat. «Man fängt wirklich von vorne an und darf nicht erwarten, dass
man im Friseursalon zum Beispiel sofort Kunden die Haare schneiden
darf», sagt Schumann. Deshalb gilt gerade am Anfang: Erstmal zuhören,
auch wenn es um scheinbar banale oder langweilige Dinge geht.
Sicherheitseinweisungen zum Beispiel sind in vielen Jobs am Anfang
Pflicht. Wer da gleich Desinteresse demonstriert, hinterlässt nicht
den besten ersten Eindruck.

– Ausbeuten lassen: «Es gibt Arbeitgeber, die mustergültig
ausbilden», sagt Habermaaß. «Und genauso gibt es leider auch
Betriebe, in denen Azubis eher billige Arbeitskräfte sind.» Ein guter
Indikator dafür: Wer über Wochen immer den gleichen, langweiligen
Routine-Job macht und gar nichts Neues lernt, sollte sich beschweren
oder Alarm schlagen. Ansprechpartner bei solchen Problemen sind etwa
Ausbildungs- und Mitarbeitervertretung im Betrieb, die zuständige
Gewerkschaft oder die jeweiligen Kammern.

– Den Druck unterschätzen: Eine Ausbildung ist etwas anderes als der
Schulbesuch. Das macht sich gerade am Anfang bemerkbar: «Die erste
Woche ist anstrengend, abends sind die Azubis meistens platt», sagt
Schumann – und das nicht nur in Jobs, in denen körperlich gearbeitet
wird. «Deshalb sollte man sich zu Beginn auch privat nicht zu viel
vornehmen, sondern sich wirklich ganz auf den Ausbildungsstart
konzentrieren.»

– Rechte nicht kennen: Überstunden sollten für Azubis eigentlich die
absolute Ausnahme sein. Laut dem Ausbildungsreport des Deutschen
Gewerkschaftsbunds (DGB) für 2017 sind sie in mehr als einem Drittel
der Fälle aber eher Alltag. «Azubis dürfen nicht dazu ausgenutzt
werden, um falsche Personalplanung aufzufangen», sagt Habermaaß.
Außerdem haben Lehrlinge ein Recht darauf, ihren Ausbildungsplan zu
sehen. Auch der fehlt aber in vielen Ausbildungsbetrieben.

– Fehler vertuschen: Kleine Fehler passieren – und große manchmal
auch. Das ist auch okay so, gerade für Auszubildende, sagt Schumann.
«Aber man muss auch dazu stehen.» Wer Mist baut, sollte sich also
entschuldigen, den Fehler erklären und versprechen, das es nicht
wieder vorkommt. «Die Schuld bei anderen zu suchen oder etwas zu
vertuschen, ist gerade im Handwerk und in kleinen Teams fatal.»

22. Mai 2018
von schueler
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Keine Angst vor Zahlen: Finanzwirte müssen den Durchblick behalten

Finanzbeamten eilt ein schlechter Ruf voraus: Sie seien träge,
angestaubt, hätten eine Ärmelschonermentalität. Doch das sind bloß
Vorurteile. Wie sieht der so trocken klingende Ausbildungsberuf
tatsächlich aus?

Lüneburg (dpa/tmn) – Für Abenteurer ist der Beruf des Finanzwirts
womöglich nicht die erste Wahl. Zu krisensicher. Das macht den Beruf
aber noch lange nicht langweilig, findet zumindest Christopher
Ruttmann, angehender Finanzwirt im ersten Lehrjahr. «Das Berufsbild
hat sich in den letzten Jahren geändert, die Meinungen aber nicht»,
sagt er. «Es ist nicht so, dass man den ganzen Tag in seinem grauen
Büro vor dem Computer sitzt.» Es sei sogar ein abwechslungsreicher
Beruf. Das gelte gerade in der Ausbildung, wenn man zwischen den
verschiedenen Steuerstellen wechseln und unterschiedlichste Aufgaben
kennenlernen dürfe – wie die Annahme der Steuererklärungen.

Genau das tut Ruttmann derzeit beim Finanzamt Lüneburg. Aber auch die
Verwaltungs- und Bearbeitungsstellen durchläuft der 18-Jährige in
seiner Ausbildung. «So bekommt man einen Überblick über alle
Tätigkeiten, die im Finanzamt verrichtet werden», erklärt er.

Wie genau sein Arbeitsalltag aussehen würde, wusste er nicht, als er
sich vor über einem Jahr für den Ausbildungsplatz bewarb. Nach seinem
Fachabitur im Bereich Wirtschaft stieß Ruttmann über eine
Zeitungsannonce auf die Stellenausschreibung. Das Thema Steuern
faszinierte ihn, auch weil die meisten anderen Menschen es am
liebsten mieden: «Steuer ist ein Thema, mit dem sich nicht viele
Menschen gern auseinandersetzen. Ich sehe es als Herausforderung, das
gibt mir einen gewissen Ansporn.»

Ansporn braucht es, denn mit nur zwei Jahren ist die Ausbildung
vergleichsweise kurz. Für die Beamtenanwärter bedeutet das: Sie
müssen viele Informationen in kurzer Zeit lernen und verstehen.
Finanzwirte im mittleren Dienst arbeiten in erster Linie den Kollegen
des gehobenen Dienstes zu. Sie prüfen und bearbeiten
Steuerunterlagen, führen Akten, erlassen Steuerbescheide oder
kontrollieren die Buchführung in anderen Unternehmen. Auch das
Erteilen von Auskünften rund um das Thema Steuern und – mit genug
Berufserfahrung – die Steuerveranlagung, Bilanzierung und Buchführung
können zum Tätigkeitsbereich eines Finanzfachwirts zählen.

Verwirrend: Für das Berufsbild haben sich unterschiedliche Namen
etabliert. Aber egal, ob sie Finanzwirt, Steuersekretär oder
Beamtenanwärter in der Steuerverwaltung genannt werden – die
Ausbildungen gleichen sich. Der praktische Teil findet in einem
Finanzamt einer Landesfinanzverwaltung statt, gibt das
Bundeszentralamt für Steuern an. Der fachtheoretische Teil der
Ausbildung findet an der jeweiligen Landesfinanzschule statt.

Auf dem Stundenplan stehen Mathematik, Buchführung, Wirtschaft und
natürlich das Steuerwesen. Die Einstellungsvoraussetzungen zwischen
den einzelnen Bundesländern variieren, doch im Allgemeinen
gilt: Bewerber müssen einen Realschulabschluss oder gleichwertigen
Bildungsstand haben, eine EU-Staatsangehörigkeit und gesundheitliche
Eignung sind ebenfalls gefordert.

Wer alle Bedingungen erfüllt, erhält laut der Bundesagentur für
Arbeit abhängig vom Bundesland während der Ausbildung ein monatliches
Grundgehalt von ungefähr 1170 Euro. Abgeschlossen wird der
Vorbereitungsdienst mit einer Laufbahnprüfung. Mit Bestehen werden
die Auszubildenden zu sogenannten Beamten auf Probe. Unter bestimmten
Voraussetzungen bietet sich dann die Möglichkeit, in den gehobenen
Dienst aufzusteigen oder sich in einem Studium weiterzubilden. Nach
drei Jahren Berufserfahrung erfolgt in der Regel die Ernennung zum
Beamten auf Lebenszeit.

Reizvolle Aussichten, findet Bernd von Karchowski, Ausbildungsleiter
im Finanzamt Lüneburg. Er schränkt jedoch ein: «Es ist eine tolle
Geschichte, sicher beim Staat unterzukommen, aber nur diese
Motivation hilft nicht weiter.» Azubis sollten sich für Wirtschaft
interessieren und ein Verständnis für Zahlen mitbringen. Und sie
sollten bereit sein, im Büro zu arbeiten. Ihm sei wichtig, dass die
Beamtenanwärter sich in ihrem Beruf wohlfühlen, sich mit ihrem Amt
identifizieren können. Dann dürfen sie sich über einen
zukunftssicheren Beruf freuen. «Allein durch die mitunter monatlichen
Steuerrechtsänderungen haben wir immer Gesprächsstoff.»

Gespräche, die für Christopher Ruttmann den Berufsalltag ausmachen.
«Die Arbeit mit den Kollegen macht mir Spaß, gerade im Finanzamt muss
man sich häufig austauschen», erzählt er. «Wenn man versucht Aufgaben
immer nur auf eigene Faust zu bewältigen, geht das häufig schief.»
Denn einfach sei das Thema Steuern nun wirklich nicht – und so fallen
auch die Zukunftswünsche des 18-Jährigen eher bescheiden aus: «Ich
möchte die Ausbildung auf jeden Fall gut abschließen. Und ich hoffe,
dass der Ausbildungsinhalt nicht noch komplizierter wird, als er
schon ist.»

22. Mai 2018
von schueler
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Schule schwänzen kann teuer werden

Weniger Stau, günstigere Hotels. Zwar ist
Schulschwänzen kein Kavaliersdelikt, doch verlängern immer mehr
Eltern die Ferien ihrer Kinder ohne Erlaubnis der Schule – wohl auch,
um sich so manches Reiseschnäppchen zu sichern. Was aber nützt das
beste Sonderangebot, wenn Bußgelder drohen? Fragen und Antworten:

Seit wann gilt in Deutschland die allgemeine Schulpflicht?

Seit 1919. Damals wurde der regelmäßige Besuch der Schule in die
Weimarer Verfassung aufgenommen – als Recht, aber eben auch als
Pflicht für alle. Höhere Bildung sollte nicht länger das Privileg der
Reichen und Mächtigen sein, sondern allen zugute kommen. Nach dem
Ersten Weltkrieg und dem Ende des Kaiserreichs wollten die
Schulreformer neue Impulse für die Demokratisierung von Staat und
Gesellschaft setzen.

Gibt es heutzutage eine bundesweite Regelung?

Nein. Nur der staatliche Erziehungsauftrag findet sich im
Grundgesetz, Details sind Sache der Länder. Dauer und Inhalt der
Schulpflicht regelt das jeweilige Schulgesetz – ebenso die Strafen,
mit denen Verstöße gegen die Schulpflicht sanktioniert werden können.

Welche Strafen drohen denn, wenn ein Schüler unentschuldigt fehlt?

Eltern, deren Kinder ohne Zustimmung der Schule fehlen, drohen
Verwarn- oder Bußgelder. Deren Höhe legen Städte und Kommunen selber
fest. Das beginnt bei wenigen Euro pro Tag und kann bis zu insgesamt
2500 Euro reichen – wie zum Beispiel in Berlin. 2013 wurde dort eine
Mutter sogar zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt – wegen
Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Ihr Sohn hatte an
fast 1000 Tagen die Schule geschwänzt.

Wie häufig sind solche Bußgeldverfahren?

Im Schuljahr 2016/17 wurden allein in Berlin in mehr als 860 Fällen
Bußgelder verhängt. In der Regel gehen Gespräche mit den Eltern
voraus. Erst wenn die erfolglos bleiben, flattert der Bußgeldbescheid
ins Haus. Mitunter versuchen die Vollziehungsbeamten vergeblich, das
Geld bei den Familien einzutreiben. Oft seien die Betroffenen zu arm,
um die Strafe zu begleichen, heißt es.