SDS-newsline Onlinezeitung

28. Mai 2018
von schueler
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Lehrerverband: Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer ist Warnsignal

Berlin/München (dpa) – Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer zu
Beginn der Pfingstferien in Bayern ist aus Sicht des Deutschen
Lehrerverbands gerechtfertigt gewesen. Dessen Präsident Heinz-Peter
Meidinger sagte der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch): «Die
Polizeiaktion in Bayern war ein notwendiger Schuss vor den Bug der
Eltern. Ein sinnvolles Warnsignal, dass die Missachtung der
gesetzlichen Schulpflicht nicht hingenommen werden kann.» Der
Bundeselternrat hatte zuvor den Einsatz als übertrieben bezeichnet.

Zu Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern
rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen
ließen. Allein in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern,
die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen, als die Kinder in
den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe
Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den
zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden.

Nach Einschätzung von Meidinger haben falsche Krankmeldungen vor und
nach den Ferien in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Schulen
selbst seien meist machtlos. Das Verhalten der Eltern, die sich nicht
damit abfinden, dass Schulen Anfragen nach einem früheren
Ferienbeginn ablehnen, bezeichnete Meidinger als «ethisch höchst
bedenklich». «Sie bringen ihren Kindern bei, dass man tricksen und
sich über Regeln hinwegsetzen dürfe.»

28. Mai 2018
von schueler
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Unbekannter droht – Gymnasium in Sachsen bleibt geschlossen

Auerbach (dpa) – Die Drohung eines Unbekannten hat ein sächsisches
Gymnasium im Vogtland am Mittwoch komplett lahmgelegt. Ein bislang
Unbekannter habe über mehrere Monate das Lehrerkollegium des
Goethe-Gymnasiums in Auerbach belästigt, teilte die Polizei mit. Am
Montag sei es zu einer Bedrohung gekommen – deshalb entschied die
Schulleitung, das Gymnasium am Mittwoch komplett zu schließen. Die
Polizei war am Mittwochmorgen vor dem Gymnasium im Einsatz, um
Schüler, die nicht mitbekommen hatten, dass der Unterricht ausfällt,
wieder nach Hause zu schicken.

Der Unbekannte belästigte das Lehrerkollegium des Goethe-Gymnasiums
nach Polizeiangaben über mehrere Monate. So habe er immer wieder
Warenbestellungen an die Privatadressen von Lehrern angewiesen.
Außerdem habe er über eine Website öffentlich dazu aufgerufen, dies
nachzuahmen. «Wir müssen jeden Hinweis aber sehr ernst nehmen», sagte
ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen.

Wie lange der Unterricht ausfällt, war noch unklar. Die Schule teilte
auf ihrer Homepage mit, dass am Mittwoch kein Unterricht stattfinde.
Alle Schüler wurden gebeten, zu Hause zu bleiben. Weitere
Informationen sollte es den Angaben zufolge am Mittwoch geben.

28. Mai 2018
von schueler
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Studie: Digitale Medien in der Lehrerbildung zu oft kein Muss

Gütersloh/Berlin (dpa) – Für zu viele angehende Lehrer ist einer
Studie zufolge der Erwerb digitaler Medienkompetenzen noch immer
nicht verpflichtend. Eine Befragung von bundesweit 63 Hochschulen für
den «Monitor Lehrerbildung» zeige, dass die meisten Lehramtsstudenten
ihr Studium erfolgreich abschließen könnten, ohne sich mit digitalen
Medien und ihrem sinnvollen Einsatz als Unterrichtswerkzeug
beschäftigt zu haben, teilte das Centrum für Hochschulentwicklung am
Mittwoch mit.

An den meisten Hochschulen gebe es nur in einzelnen Studienfächern
Pflichtkurse zu dem Thema, nicht jedoch schulform- oder
fächerübergreifend. In Lehramtsstudiengängen für das Gymnasium sehen
demnach beispielsweise lediglich sieben von insgesamt 60 Hochschulen
in allen Fächern verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Einsatz
digitaler Medien vor. Zur medienpädagogischen Grundbildung aller
Lehrer, wie sie in einer zunehmend digitaler werdenden Gesellschaft
notwendig sei, sei es damit noch ein weiter Weg, kritisieren die
Bildungsforscher.

Damit deutsche Schulen beim Thema Digitalisierung nicht den Anschluss
verlieren, hatte sich die Kultusministerkonferenz Ende 2016 darauf
verständigt, bis 2021 allen Schülern Zugang zum Internet und einer
digitalen Lernumgebung zu ermöglichen. Damit eine solche technische
Ausstattung auch lernförderlich wirke, brauche es geschulte
Lehrkräfte. Die Studienautoren sehen dabei auch die Bundesländer in
der Pflicht, den Hochschulen strengere Vorgaben zu machen als
bislang.

23. Mai 2018
von schueler
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Angehende Informatiker zieht es zu den Dienstleistern

Berlin (dpa/tmn) – Jeder zweite Informatik-Student kann sich nach dem
Abschluss vorstellen, bei einem IT-Dienstleister anzuheuern. Das geht
aus dem aktuellen Absolventenbarometer des Marktforschers Trendence
hervor. Die IT-Dienstleister liegen dabei klar auf Platz eins der
beliebten Branchen: Bei 50 Prozent der Studierenden gelten sie als
attraktiver Arbeitgeber.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Automobilbranche und der
öffentliche Sektor, die 14 beziehungsweise 11 Prozent der Befragten
als attraktiv empfinden. Die Unternehmensberatungen schaffen es mit 7
Prozent nur auf Platz fünf. Und Banken oder Unternehmen aus dem
Bereich Telekommunikation sind sogar nur für einen Bruchteil der
Studierenden (0,3 beziehungsweise 0,2 Prozent) ein grundsätzlich
attraktiver Arbeitgeber.

Für die Studie hat Trendence zwischen September 2017 und Februar 2018
rund 6000 Informatik-Studenten befragt, die kurz vor ihrem Abschluss
stehen.

23. Mai 2018
von schueler
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Deutschland für Schutz von Schulen in Kriegsgebieten

Berlin (dpa) – Deutschland tritt in einer Erklärung zum Schutz von
Schulen in bewaffneten Konflikten ein. Als 75. Land unterstütze
Deutschland die «Safe Schools Declaration», bestätigte ein Vertreter
des Auswärtigen Amts am Dienstag in Genf. Nach Angaben der
norwegischen Regierung haben bislang 74 Staaten die Erklärung
unterschrieben, darunter einige afrikanische Länder wie Nigeria, der
Südsudan oder die Demokratische Republik Kongo. Sie bekennen sich mit
der Unterzeichnung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten.

Die Kinderhilfsorganisation World Vision begrüßte den Beitritt der
Bundesrepublik zu der Vereinbarung. «Das Ziel der Deklaration ist es,
dass Millionen Kinder in Kriegsregionen weiter zur Schule gehen
können und nicht mehr als menschliche Schutzschilde missbraucht
werden», teilte die Organisation mit.

In vielen Konflikten sei es zur Gewohnheit geworden, gerade Schulen
für das Militär zu nutzen. Deshalb würden sie oft zur Zielscheibe.
Dadurch würden nicht nur Gebäude zerstört, sondern oft auch Kinder
getötet. So seien allein im Südsudan etwa 800 Schulgebäude seit
Dezember 2013 zerstört worden. «Es ist wichtig in Konfliktgebieten,
dass es einen Ort gibt, wo Kinder geschützt sind», sagte Ekkehard
Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland, der Deutschen
Presse-Agentur.

23. Mai 2018
von schueler
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Eltern und Lehrer kritisieren Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer

Berlin/München (dpa) – Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer zu
Beginn der Pfingstferien in Bayern ist bei Eltern- und
Lehrerverbänden auf Kritik gestoßen. «Es stimmt: Die Regeln müssen
eingehalten werden. Aber die Polizei einzuschalten ist doch etwas
übertrieben», sagte der Vorsitzende des Bundeselternrats,
Stephan Wassmuth, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Zu Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern
rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen
ließen. Alleine in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern,
die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen als die Kinder in
den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe
Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den
zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das Vorgehen
der Polizei ebenfalls für überzogen. «Generell ist es sinnvoller, mit
den Eltern das Gespräch zu suchen», betonte Ilka Hoffmann von der
GEW. «Einen Polizeieinsatz halte ich bei Einzelfällen für eine zu
starke Reaktion.» Dies könne aber bei dauerhafter Abwesenheit eines
Kindes – zum Beispiel über mehrere Monate – angebracht sein.

22. Mai 2018
von schueler
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Schwarz und ein bisschen Rokoko

Sie sind meist schwarz gekleidet und bleich geschminkt. Sie mögen
Friedhöfe und düstere Musik. Und ein Mal im Jahr kommen die
Wave-Gotik-Fans in Leipzig voll auf ihre Kosten. Es ist aber längst
nicht mehr nur eine düstere Atmosphäre.

Leipzig (dpa) – Wer zu Pfingsten durch die Leipziger Innenstadt geht,
kommt sich vor wie auf einer Zeitreise. Dort trifft der Adel in
opulenten Barock-Kostümen, mit Lockenperücke und weiß gepuderten
Gesichtern auf den Gothic-Klassiker mit Undercut, irritierend weißen
Kontaktlinsen und schwarzer Kleidung. Mehr als 20 000 Anhänger der
Gothic-Szene verwandeln die Messestadt zum 27. Wave-Gotik-Treffen
(WGT) bis Montag in einen eigenen Kosmos – mit Fans der «schwarzen
Szene», Kostüm-Freaks, Dunkelhippies, Vampirfans und dazwischen ein
bisschen Rokoko.

Längst ist es beim WGT nicht mehr düster, unheimlich und
ausschließlich schwarz wie zu Beginn Anfang der 1990er Jahre. Die
Strömungen sind vielfältig: Neben der «schwarzen Szene» und den
Barockfans wirken die Steampunks wie aus der Zeit gefallene
Menschmaschinen, der Cybergoth trägt dagegen viel Lack, hautenge
Kleidung und Perücken mit Plastik-Schläuchen in Signalfarben.
Dazwischen tummeln sich Besucher mit Pferdemasken, Gasmasken,
Monstermasken oder Fantasieuniformen. Und hier und da blitzen, als
gewollter Kontrast, Frauen in weißen Kleidern, Flügeln und blutrotem
Mund auf.

Der Auftakt des 27. Treffens am Freitagnachmittag gehört aber
eindeutig der Barockfraktion. Tausende Anhänger tummeln sich in einem
Park zum «Viktorianischen Picknick». Überall stehen gedeckte Tische
mit verschnörkeltem Geschirr – mitunter ziert ein Totenschädel die
Runde. «Es ist eine ungezwungene friedliche Atmosphäre und wir leben
gerne das 17. Jahrhundert vor», sagt Mark Möbes aus Leipzig, der mit
Beinkleidern und Perücke wirkt, als wäre er dem französischen Adel
entsprungen. «Wir sind hier, um uns und eine wunderschöne Epoche zu
präsentieren.»

Das mag dem wahren Gothicfan nicht immer gefallen, der stets betont,
dass er sich nicht verkleidet, sondern eine Lebensform daraus gemacht
hat. Manchmal werden diejenigen spöttisch beäugt, die sich für das
WGT verkleiden.

Mary Draisine ist aus dem nordrhein-westfälischen Herten erstmals
angereist und bezeichnet sich als «Gothic». Die 49-Jährige lebt den
Stil auch im Alltag und findet gerade die vielen Strömungen beim
«Viktorianischen Picknick» so interessant. «In erster Linie sollten
wir doch tolerant sein.» Sie schiebt ihren auf alt getrimmten
Kinderwagen über den Rasen. Das Innenleben ist sehr morbide und für
manchen auch verstörend: Eine Kinderpuppe sitzt dort mit gespaltenem
Schädel, das Hirn freigelegt und schaut auf das Treiben der Mäuse,
die die Kinderstube durchstöbern.

«Die Unterschiede der Subkulturen innerhalb der Szene sind sehr
wichtig», sagt der Kultursoziologe Thomas Schmidt-Lux von der
Universität Leipzig. Gothic sei ein Lebensstil, der das ganze Jahr
über mit der Musik und der Kleidung gelebt werde. Es wird viel Geld
in die Kleidung, Schminke und ungewöhnliche Accessoires investiert.
«Aber es gibt sicherlich Menschen, die sich zu dem Wave-Gotik-Treffen
besonders in Schale werfen. Das Festival ist auch ein kleiner
Laufsteg.»

Da es aber Hunderte Veranstaltungen an mehr als 40 Orten gibt, kommt
die «schwarze Szene» nicht zu kurz. Einige von ihnen dürfen nachts
über den Südfriedhof streifen. Eine Kunsthistorikerin erzählt den
Szenefans von Totenkronen, Wiedergängern und der Angst vor dem
Scheintod. Es gibt schaurige Geschichten über Leichenwache,
Leichenraub und Leichenfett sowie Sagengeschichten rund um die
Mysterien des Todes. An einem Abend können die Besucher sogar
versuchen, Fledermäuse mit speziellen Ortungsgeräten aufzuspüren.

Beim WGT tauchen auch immer wieder kleinere Gruppen in Uniformen auf,
die denen der Wehrmacht sehr ähneln. «Ein kleinerer Teil der Szene
hat schon eine gewisse Affinität zur rechten Szene. Auch einige Bands
stehen immer wieder unter Naziverdacht», erläutert Kultursoziologe
Schmidt-Lux.

«Das sind Uniformen aus dem 1. Weltkrieg. Wir sind nicht rechts,
haben nur einen Uniformfetisch», wehren sich zwei Männer aus Hessen
gegen den Vorwurf. An einer Kette führen sie eine Frau in rotem
Lackmieder, Mundschutz und Flügeln über die Picknickwiese. «Das ist
Amelia von Schwefel, unser Höllendrache.» So ist das
Wave-Gotik-Treffen in Leipzig: Auffallen und gerne auch mal
provokant. Aber bisher immer friedlich.

22. Mai 2018
von schueler
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Kultusminister-Präsident fordert mehr Kapazität für Lehrerausbildung

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Thüringens
Ressortchef Helmut Holter, fordert deutlich mehr Kapazitäten für die
Ausbildung von Lehrern, um dem Personalmangel an Schulen zu begegnen.
Das Recht auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ab 2025 und
steigende Geburtenraten stellten die Länder vor riesige Probleme,
sagte der Linkspartei-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland
(RND). Es mangele auch an Personal, «weil der Lehrerberuf in Sachen
Perspektive kein gutes Image hat». Holter fügte hinzu: «Die Zeit
drängt. Jeder weiß: Wer heute das Studium beginnt, steht in acht
Jahren als ausgebildete Lehrkraft zur Verfügung.»

Der Bildungsminister forderte in dem Gespräch zudem, mit Geld aus dem
Digitalpakt des Bundes für die Schulen auch Qualifizierungen von
Lehrern zu finanzieren. Das Geld solle seiner Meinung nach nicht nur
für Technik – etwa Geräte oder Netzwerke – ausgegeben werden. «Für
wichtiger halte ich es, die Lehrer beim Digitalwissen mindestens auf
den Stand ihrer Schüler zu bringen.»

Vom geplanten Nationalen Bildungsrat, den die große Koalition auf
Bundesebene vereinbart hat, will sich Holter nicht in die
Bildungshoheit der Länder hineinregieren lassen. «Der Rat soll seine
Empfehlungen geben, aber die KMK, beziehungsweise die Länder,
entscheiden», sagte der Thüringer Minister. Bundesbildungsministerin
Anja Karliczek (CDU) möchte mit dem Bildungsrat etwa erreichen, dass
Länder-Unterschiede bei einem Umzug von einem Land ins andere und dem
damit verbunden Schulwechsel keine Probleme machen – und dass das
Abitur bundesweit den gleichen Wert hat.

22. Mai 2018
von schueler
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Dutzende Streetartkünstler gestalten Hauswände

Nackenstarre garantiert» – das versprechen die
Organisatoren des Berlin Mural Festes. Mehr als 100 Streetartkünstler
haben 30 Hauswände in der Stadt bemalt, beklebt und besprayt, wie die
Organisatoren vom Verein Berlin Art Bang mitteilten. Auf über 10 000
Quadratmetern sind überdimensionale Wandbilder (englisch: murals)
entstanden. Von der ABS Crew aus Peking bis zu YAT aus Paris:
Streetart-Künstler aus der ganzen Welt haben die Open-Air-Gallery
gestaltet.

Am Pfingstwochenende lockt ein Begleitprogramm mit Kunsttouren,
Skateboardcontest, elektronischer Musik, Live-Paintings und
Musik-Performances. Nach dem Wochenende bleibt die Kunst erhalten –
Eintritt: frei.

In Berlin gibt es viele fensterlose Brandmauern. Jahrzehntelang
tobten sich vom Senat beauftragte Künstler oder Hausbesetzer darauf
aus. Heute sind es Street-Art-Künstler aus aller Welt – auch
außerhalb des Festivals.

22. Mai 2018
von schueler
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Große Reise, großes Risiko? – Jugendgruppenleiter und ihre Haftung

Der erste Urlaub ohne Eltern: Bei Jugendfreizeiten sollen Kinder sich
austoben, Neues erleben und Freundschaften knüpfen. Damit dabei
nichts passiert, gibt es Jugendgruppenleiter, meistens ehrenamtlich.
Doch was ist, wenn mal etwas richtig schiefläuft?

Stuttgart/Bielefeld (dpa/tmn) – Wenn aus Kindern Jugendliche werden,
wollen viele nicht mehr mit Mama und Papa in Urlaub fahren – sondern
lieber mit einer Jugendfreizeit. Anbieter solcher betreuten Reisen
gibt es in Deutschland etliche. Und damit sich die Eltern um die
Kinder nicht sorgen müssen, werden die Reisen von meist
ehrenamtlichen Jugendfreizeitleitern begleitet.

Ehrenamt heißt dabei aber nicht, dass die Betreuer nicht gut
ausgebildet sind. «Unsere Betreuer haben alle die Jugendleiter-Card»,
sagt Stephan Kelm vom Jugendwerk der AWO Württemberg. Die AWO ist der
Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt und einer der größten
Veranstalter von Jugendfreizeiten in Deutschland. Die
Jugendleiter-Card oder kurz Juleica ist der bundesweit einheitliche
Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit.

Jeder Inhaber einer Juleica hat eine Standard-Ausbildung absolviert.
Mindestens 30 Stunden wurden die Bewerber in Themen wie
Gruppenpädagogik, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und
Aufsichtspflicht geschult. Hinzu kommt bei der AWO, so wie bei den
meisten Reiseveranstaltern, noch eine eigene Ausbildung: Neue
Ehrenamtliche absolvieren an zwei Wochenenden eine zusätzliche
Jugendleiterschulung und einen Erste-Hilfe-Kurs. Da bei der AWO auch
jüngere Kinder mitfahren, die manchmal erst sechs oder sieben Jahre
alt sind, sind Vorsicht und Erfahrung besonders wichtig.

Bei Fahrten, an denen etwas ältere Jugendliche teilnehmen, ist vor
allem ein Thema relevant: Alkoholkonsum. «Das ist eines der
Hauptprobleme dieser Jugendfahrten», sagt Sven-Wulf Schöller,
Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Erlangen. Jemand trinkt zu
viel, dann passiert ein Unfall. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen in
Deutschland Wein, Bier und Schaumwein kaufen und konsumieren.

Gehen die Reisen in Länder, in denen schärfere Bestimmungen gelten,
müssen sich die Gruppenleiter jedoch an die Regelungen des jeweiligen
Landes halten – und den Alkoholkonsum gegebenenfalls verbieten. «Das
ist ein schmaler Grat», sagt Kristina Oehler, Prokuristin bei Ruf
Jugendreisen. Denn einige Jugendliche seien von zu Hause gewohnt,
bereits etwas trinken zu dürfen. «Dann fahren sie nach Spanien und
denken, da wartet das blühende Leben, und dann heißt es: geht nicht.
Da braucht man gewisse pädagogische Grundlagen, um denen das
klarzumachen.»

Auch bei Ruf durchlaufen die Betreuer neben der Jugendleiter-Card
eine zusätzliche fünftägige Schulung, bei denen ihnen alles zum Thema
Jugendschutz und Umgang mit Gefahren vermittelt wird. «Man muss auf
die kritischen Themen, die im Jugendalter typisch sind, sehr gut
vorbereiten», sagt Oehler und nennt vor allem den Umgang mit Alkohol,
Zigaretten, mit Drogen und Ausgehzeiten. Auch in Rechtsfragen und im
Umgang mit Schutzbefohlenen werden die Ehrenamtlichen geschult.

Eine der wichtigsten Grundlagen dabei: Jugendleiter haben die
Aufsichtspflicht. Sie müssen also dafür sorgen, dass den Kindern
nichts passiert. «Man versucht natürlich, die Schäden zu verhindern,
indem man sie für Gefahren sensibilisiert und aufpasst, dass sie
keinen Blödsinn machen» sagt Kelm.  «Aber natürlich kann auch mal
etwas schiefgehen. Ein Kind kann sich auch unter bester Aufsicht beim
Fußballspielen das Bein brechen.» Das sei dann noch keine Verletzung
der Aufsichtspflicht – allerdings müssen Betreuer in solchen Fällen
natürlich dafür sorgen, dass das Kind optimal versorgt wird.

Handelt es sich bei Schäden nicht um Vorsatz oder grobe
Fahrlässigkeit, zahlen gängige Versicherungen wie die Haftpflicht die
Schäden. In schlimmen Fällen, etwa bei einem Busunfall oder
Zugunglück, gibt es von Seiten des Veranstalters zudem die
SOS-Versicherung. So ein Fall sei zwar noch nicht eingetreten, sagt
Kelm. Doch sollte ein Großunglück geschehen, sorgt diese Police für
eine gute medizinische Versorgung, die sichere Rückführung, auch für
Seelsorge und etwa die Pressearbeit.

Richtet ein Betreuer vorsätzlich Schaden an, zahlen Versicherungen
jedoch nicht. Würde beispielsweise ein Betreuer selbst Alkohol
mitbringen und Schutzbefohlene «abfüllen», ist das kein Fall mehr für
die Haftpflicht. «Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haften die
Jugendgruppenleiter und kommen da auch nicht raus», sagt
Versicherungsrechtler Sven-Wulf Schöller.

Bei Ruf sind die Reiseleiter in der Regel volljährig. Bevorzugt
werden zudem Ehrenamtler, die schon mindestens 21 Jahre alt sind,
damit sie sich von Jugendlichen unterscheiden und Autorität
ausstrahlen. Und auch bei der AWO müssen die Betreuer volljährig
sein. «Es gibt Minderjährige, die mitarbeiten, aber die haben nur
einen Mini-Helfer-Status und sind immer mit vollen Betreuern
unterwegs», sagt Kelm.

Und wie haften Minderjährige, wenn sie vorsätzlich oder grob
fahrlässig jemanden verletzen oder Schäden anrichten? «Bis zur
Volljährigkeit ist die Deliktsfähigkeit davon abhängig, inwieweit die
Einsichtsfähigkeit gegeben ist», erklärt Anwalt Schöller. «Die
Einsichtsfähigkeit ist ein individuelles Kriterium, da
Jugendgruppenleiter aber normalerweise mindestens 16 Jahre alt sind,
geht man davon aus, dass die so einsichtsfähig sind wie Erwachsene.»

Doch da Schadenersatzzahlungen auch mal besonders hoch werden können,
hat die Rechtsprechung eine Grenze gezogen: «Wenn ein 17-Jähriger
einen Millionenschaden verursachen würde, müsste der ja sein ganzes
Leben lang zahlen», sagt Schöller. Das werde dann auf ein
«angemessenes Maß» reduziert.

Für alle Schäden im normalen Bereich aber, empfehlen die Experten
einhellig eines: Eltern sollten auch eine Eigenvorsorge treffen, etwa
durch eine Unfallversicherung der Kinder. Und die eigene
Haftpflichtversicherung sei natürlich ein Muss. Schließlich kann auch
der Nachwuchs selbst mal einen Schaden anrichten.